Nach dem erfreulichen Medienecho auf CHIP.de wollen wir etwas Neues ausprobieren: Funktioniert unsere Y2K38-Sensibilisierungskampagne auch auf Papier?
Unsere Wahl fällt auf die Barni-Post, ein regionales Gratis-Anzeigenblatt mit beachtlicher Auflage im Raum Luzern und Zug. Beste Voraussetzungen also, um das Jahr-2038-Problem einem breiteren Publikum näherzubringen. Denken wir zumindest.
Mit einem augenzwinkernden «Back to the Future»-Inserat und der Frage «Wieso dein Auto, Backofen und Handy zeitreisen, du aber nicht!» versuchen wir, die Leserschaft neugierig zu machen. Ein QR-Code und die eigens eingerichtete Webseite sollen uns zeigen, wie viele Menschen wir damit tatsächlich erreichen.
Gespannt beobachten wir die Besucherzahlen. Doch die Ernüchterung folgt prompt: Knapp 30 Besuche! Bei einer Zeitung mit Zehntausenden Exemplaren hatten wir uns doch etwas mehr erhofft.
Immerhin bleibt unser Inserat nicht ganz ohne Echo. Eine konkrete Reaktion erhalten wir tatsächlich. Allerdings keine interessierte Nachfrage, sondern ausgerechnet eine Anfeindung! Offenbar gilt auch beim Jahr-2038-Problem das alte Motto: «Kill the Messenger!» Statt sich mit der unbequemen Botschaft auseinanderzusetzen, wird lieber der Überbringer angegriffen. Eine Erfahrung, die wir leider auch auf Social Media immer wieder machen.
Knapp 30 Besuche, eine Anfeindung und eine Erfahrung reicher. Ein durchschlagender Erfolg sieht anders aus. Aber auch solche Experimente gehören zu unserer Sensibilisierungsarbeit. Schliesslich wollen wir nicht nur über technische Risiken reden, sondern auch herausfinden, wie wir die Menschen damit erreichen können.
Und wer weiss? Vielleicht liegt irgendwo noch eine Barni-Post herum, die erst im Jahr 2038 gelesen wird. Dann wäre unser Inserat seiner Zeit tatsächlich voraus gewesen!


