Das Osterparadoxon und der Osterbilby – 2038 Problem bringt Ostern in Australien durcheinander

Im Jahr 2038 treffen zwei Datumsphänomene aufeinander: Das Jahr-2038 Problem und das Osterparadoxon. Wer Ostern für das Jahr 2038 in Australien plant, könnte eine grosse Überraschung erleben. Die Seite calendar-australia.com meldet, dass der Ostersonntag auf den 1. Januar 2038 fällt. Ist das ein Scherz des Osterbilbys oder handelt es sich um das Osterparadoxon? Wir gehen der Sache auf den Grund.

https://www.calendar-australia.com/holidays/2038/

Will der Osterbilby ein eigenes Ostern an Neujahr?

Da Kaninchen in Australien als invasive Art angesehen werden, hat man in einigen Gegenden begonnen, den Osterbilby als Alternative zum Osterhasen zu fördern. Die Idee des Osterbilbys stammt aus den 1990er Jahren und wurde von Umweltschützern ins Leben gerufen, die die Bilbys bekannter machen und ihre Lebensräume schützen wollten.

Der Kaninchennasenbeutler (er sieht so aus, wie er auf deutsch heisst) läuft in Australien dem Osterhasen immer mehr den Rang ab. Die Eier kann er in seinem Beutel transportieren. Natürlich kann ein herkömmlicher Osterhase da nicht mithalten. Trotz dieses Konkurrenzkampfes in Australien, teilen sich der Bilby und der Hase weiterhin das gleiche Datum, um ihre bemalten Eier unter die Leute zu bringen. Am Bilby liegts also nicht.

Gibt es 2038 ein Osterparadoxon?

Manchmal führt die Methode zur Berechnung des Osterdatums zu unerwarteten Ergebnissen. Ein Beispiel hierfür ist das Jahr 2019, in dem der Frühlingsbeginn in der Mitteleuropäischen Zeitzone am 20. März war und der erste Vollmond im Frühling am 21. März stattfand. Jedoch fiel Ostern nicht auf den Sonntag nach dem tatsächlichen Vollmond am 24. März, sondern wurde erst im April gefeiert.

Der Grund dafür ist, dass der kirchliche Termin für den März-Vollmond 2019 am 20. März war, also am Tag vor dem kirchlichen Frühlingsbeginn. Daher wurde der nächste kirchliche Vollmondtermin für die Berechnung des Osterdatums herangezogen, der auf den 18. April fiel. Als Ergebnis wurde Ostern 2019 am 21. April gefeiert.

Diese Abweichung von den tatsächlichen astronomischen Gegebenheiten wird auch als Osterparadoxon oder Osterparadox bezeichnet. Das nächste Osterparadoxon wird tatsächlich im Jahr 2038 auftreten, in dem Ostern am spätestmöglichen Termin, dem 25. April, gefeiert wird, da der kirchliche Vollmondtermin auf das spätestmögliche Datum (18. April) und gleichzeitig auf einen Sonntag fällt. Jedoch ganz sicher nicht auf den 1. Januar, so paradox ist das Osterparadoxon nicht.

Wie wird das Datum für Ostern berechnet?

Das genaue Verfahren zur Berechnung des Osterdatums ist komplex und basiert auf einer Kombination aus astronomischen, mathematischen und theologischen Faktoren. Im Allgemeinen wird das Osterdatum wie folgt berechnet:

  • Der Frühlingsbeginn wird auf den 21. März festgelegt, unabhängig von der tatsächlichen astronomischen Konstellation.
  • Der erste Vollmond im Frühling wird bestimmt, indem die Äquinoktien und Solstitien berechnet werden. Der erste Vollmond nach dem Frühlingsbeginn wird als Ostervollmond bezeichnet.
  • Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem Ostervollmond. Wenn der Ostervollmond auf einen Sonntag fällt, wird Ostern am folgenden Sonntag gefeiert.

Die Berechnungsmethode unterscheidet sich zwischen dem julianischen und dem gregorianischen Kalender. Der julianische Kalender wird von einigen orthodoxen Kirchen verwendet und hat eine andere Schaltjahrregel als der gregorianische Kalender, der von den meisten westlichen christlichen Kirchen verwendet wird. Aus diesem Grund können Ostern und das Osterparadoxon je nach verwendeter Kalendermethode und Kirche unterschiedlich interpretiert werden.

Y2k38 - Das Jahr 2038 Problem bringt Ostern durcheinander!

Weder der Osterbilby, noch das Osterparadoxon sind die Ursache dieser Falschmeldung. Es handelt sich um einen Softwarefehler, der als „Jahr 2038 Problem“ oder auch als Y2k38 Bug bekannt ist. Die Ursache ist in der internen Systemzeit vieler elektronischer Systeme zu finden, welche als Unix Time in vorzeichenbehafteten 32-bit variablen gespeichert und weiterverarbeitet wird. Ein Zählerüberlauf führt zu unvorhergesehenen, fehlerhaften Verhalten, von falschen Uhrzeitangaben bis hin zur Überlastung und Ausfällen von ganzen Systemen. 

In unserem Fall scheint die komplexe Berechnung des Datums für Ostersonntag die Systeme zu überfordern. Alle Daten ab 2038 sind falsch. Hoffen wir, dass der Osterhase und der Osterbilby einen besseren Kalender besitzen.